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The Middle of Nowhere – Australien Teil 2

  • Autorenbild: Rebecca
    Rebecca
  • 28. Mai
  • 5 Min. Lesezeit

Willkommen im Outback


Der Kontrast hätte wohl kaum größer sein können. Von der lebendigen Metropole Perth mit seinem riesigen Fluss und den traumhaften Buchten auf Rottnest Island mitten rein nach Alice Springs in die australische Wüste. Die Stadt im sogenannten Red Centre ist Dreh- und Angelpunkt für alle, die die Region ausführlich erkunden möchten. Und so landeten wir zu Beginn unserer zweiten Woche in Australien im Sand und nahmen unseren Camper entgegen.


Unser erster Eindruck der Region: Häh? Warum ist das so grün? Wir hatten karge, rote Sandwüste erwartet, aber stattdessen war der Boden fast vollständig mit kräftig grünem Gras bedeckt. Unser Taxifahrer erklärte uns, dass es vor einigen Wochen heftige Regenfälle mit Überflutungen gegeben hatte, die den Boden gewässert haben. Es würde noch ein paar Wochen grün bleiben. Okay, also grüne Wüste statt roter Wüste.


West MacDonnell Ranges


Durch diese grüne Wüste fuhren wir als erstes in die West MacDonnell Ranges, eine Gebirgskette, mit diversen phantastischen Wasserlöchern, Schluchten und Aussichtspunkten. Dort verbrachten wir - ca. 100 km von Alice Springs entfernt - unsere erste Nacht im Outback. An der Ormiston Gorge durften wir zum ersten Mal den wunderbaren Sternenhimmel erleben, der uns noch sehr oft begeistern würde, bevor wir am nächsten Tag wieder Richtung Alice Springs zurückfuhren und auf dem Weg die schönsten Orte des Nationalparks erkundeten. Das Highlight: An der Simpsons Gap, nur ca. 10 km von der Stadt entfernt, gibt es eine kleine Population einer vom Aussterben bedrohten Wallabyart, von denen sich zwei Tiere gegen späten Nachmittag zeigten. So süß! :-)


  • West MacDonnell Ranges
  • Die Straßen gehen teilweise zig Kilometer einfach nur gerade aus
  • Unsere erste Nacht in toller Kulisse an der Ormiston Gorge
  • Wasserloch an der Ormiston Gorge
  • Ochre-Pit - Hier haben die Aboriginals Farbe gewonnen
  • Rock Wallaby an der Simpsons Gap
  • Schwimmen im Wasserloch - soo erfrischend!
  • grandioser Sternenhimmel!

Uluru-Kata Tjuta Nationalpark


Nach einer Nacht auf einer Rest Area (einem einfachen Rastplatz maximal mit Toilette) am Straßenrand bestand der nächste Tag überwiegend aus fahren. Die Entfernungen sind hier so enorm, dass man auf hunderten Kilometern teilweise keinem Auto begegnet und man einfach eeewig braucht, um von A nach B zu kommen. So kamen wir nach ca. 400 km wie geplant am späten Nachmittag in Yulara, dem kleinen Resort* am Uluru, an und konnten unseren ersten Blick auf den berühmten Felsen werfen. Definitiv ein besonderer Moment. Da der Fels bekannt ist für sein Farbspiel während des Sonnenauf- und -untergangs, fuhren wir zum Abschluss des Tages noch zur Sunset Viewing Area in den Uluru - Kata Tjuta Nationalpark und konnten diese Farbveränderung mit eigenen Augen sehen. Wirklich toll.


  • Uluru nach Sonnenuntergang
  • Uluru kurz vor Sonnenuntergang

Am Uluru lösten wir am nächsten Tag außerdem mein Weihnachtsgeschenk ein und begaben uns am Fuß des Felsens auf eine Segwaytour. Diese war zwar leider recht kurz, aber über Stock und Stein richtig Offroad zu fahren hat schon Spaß gemacht. Und den gigantischen Monolithen von Nahem zu sehen, der nämlich lange nicht so glatt ist, wie er von Weitem aussieht, war auch sehr spannend! Zum Abschluss gab es Sekt zum Sonnenuntergang. Insgesamt also ein lohnender Ausflug. :-)


  • Erstmal üben
  • Dann geht's los!
  • Uluru aus der Nähe
  • Cheers!

Auch wenn Uluru wohl der berühmteste große Felsbrocken der Welt ist, ist er gar nicht mal der einzige seiner Art. Ungefähr 40 km entfernt findet man die Kata Tjutas, auf ähnliche Weise entstandene Felsformationen, die sogar höher sind als Uluru, aber aus irgendeinem Grund weniger bekannt und besucht sind. Dabei gibt es dort großartige Wanderwege und hier machten wir auch unsere erste „richtige“ Wanderung im Outback. Die Wanderung durchs Valley of the Winds, während derer wir kaum Menschen getroffen haben, dauert ca. 3-4 Stunden und geht über Stock, Stein und Berg. Die Ausblicke sind grandios und entschädigen absolut für die Anstregung bei (nur) 30° im Schatten. Aus kulturellen Gründen darf man jedoch im gesamten Valley of the Winds keine Fotos machen.


Wir waren zum Sonnenaufgang bereits in der Nähe und konnten so aus der Ferne das tolle Lichtspiel an den Kata Tjuta und am Uluru beobachten bevor es auf die Wanderung ging, die man nach 11 Uhr nicht mehr starten darf, weil es sonst zu heiß wird. So waren wir vor der Mittagshitze mit der Wanderung fertig.


  • Kata Tjuta bei Sonnenaufgang
  • Sonnenaufgang am Uluru

Yulara


Wenn man seine Zeit nicht gerade im Nationalpark verbringt, kann man sich gut in Yulara beschäftigen. Das Resort am Uluru ist nett gemacht mit diversen Aussichtspunkten und einem kleinen „Stadzentrum“, sodass wir den ersten Morgen vor Ort mit der Erkundung dieser Orte verbrachten. Die wichtigste Errungenschaft in einem der Läden: Fliegennetze! Diese unfassbar nervigen Fliegen waren einfach überall. Und überall bedeutet nicht nur auf dem Tisch, im Camper und auf der Toilette, sondern auch in der Nase, in den Ohren und, wenn es nach ihnen gegangen wäre, in Mund und Augen. Ekelhaft! Mit den flynets, die man sich über den Kopf, bzw. Hut zieht, sitzen sie wenigstens nicht mehr auf der Haut oder in sämtlichen Körperöffnungen. Die bestinvestiertesten 12$ der ganzen Reise!


Im Laufe der Tage konnten wir im Resort diverse, teils kostenlose Aktionen mitmachen: „Field of Light“, eine Licht-Kunstinstallation, einen Einführungsvortrag über Bush Tucker (Bush Food) mit der Möglichkeit, das eine oder andere zu probieren, und eine kleine künstlerische Session, bei der man seine eigenen Tiere gestaltet. Eigentlich eine Aktion explizit für Kinder, allerdings waren so ca. 20 Erwachsene und 3 Kinder da :D Ich hatte eine Menge Spaß.


  • Ein Galah auf unserem Campingplatt
  • Meine künstlerischen Ergüsse
  • Field of Light

Kings Canyon


Nach den knapp drei Tagen in Yulara machten wir uns nun wieder auf den Weg in Richtung Nordosten zum Kings Canyon / Watarrka Nationalpark – ein weiterer fast reiner Fahrtag. Die viel angepriesene Wanderung entlang des Rim Walks soll so anstrengend sein, dass man sie im heißen Wetter nach 9 Uhr morgens nicht mehr starten darf, daher begaben wir uns bei Ankunft nur noch auf einen kleinen netten ca. 30-minütigen Walk unten im Canyon. Hier sahen wir Echsen, eine groooße Spinne und einen Dingo. Sie sind ja wild und nicht ungefährlich, aber irgendwie auch süß (Die Dingos, nicht die Spinnen!)


  • Im King's Canyon
  • Kings Canyon
  • Dingo
  • Waran

Nach einem entspannten Abend mit Wein und tollem Blick auf den Canyon, rief am nächsten Morgen der Rim Walk. Früh aufstehen und ab dafür. Das härteste Stück kommt direkt zu Beginn, bei dem man ca. 300 grob in den Stein geschlagene Stufen nach oben läuft. Der Ausblick von oben entschädigt jedoch für alle Strapazen. Und während des 3-4 stündigen Walks entlang der Kante des Canyons konnten wir verrückte Felsformationen, ein tolles Wasserloch und immer wieder grandiose Ausblicke genießen. Für dieses Erlebnis hat sich der Umweg von ca. 400 km und 1 ½ Tagen definitiv gelohnt.


  • Am Abend nochmal Kraft tanken...
  • ... bevor es am nächsten Morgen hier hinauf geht
  • Die Aussicht entschädigt!
  • Blick über die Kuppeln des Kings Canyon
  • Garden of Eden
  • Eine spannende Wanderung!

Alice Springs


Den Abschluss unserer Zeit im Red Centre bildete eine Besichtigung der Stadt Alice Springs selbst. Da wir im Unterricht während des Themas Australien auch immer den Royal Flying Doctor Service besprechen, wollte ich gerne deren Basis besichtigen, was auch ziemlich interessant war. Die Old Telegraph Station und der Anzac-Hill waren nett, aber auch nichts soo besonderes.


  • Vielleicht heuere ich da ja an
  • Blick vom Anzac Hill

Wir fassen zusammen: Das rote Zentrum Australiens (auch wenn es zu einem Großteil grün war) ist unglaublich beeindruckend! Die Landschaft ist so unfassbar anders als das, was wir aus Europa kennen, teilweise schon surreal. Uluru ist natürlich cool, einfach weil man ihn seit Jahren von Bildern kennt und jetzt endlich mal in echt sieht. Aber die Kata Tjuta und Kings Canyon haben uns sogar noch besser gefallen, weil man noch viel tiefer in die Natur eintaucht und es mehr zu entdecken gibt.


Sonnenuntergang im Outback

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* Resort werden hier die kleinen Ortschaften an abgelegenen Orten genannt, in denen es meist Hotels und / oder Campingplätze gibt, einen (kleinen) Supermarkt, ggf. eine Tankstelle. Nicht zu verwechseln mit Resort im Sinne einer Luxusanlage für Urlauber.

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