top of page

Zurück in die Zivilisation – von Melbourne nach Byron Bay

Autorenbild: Rebecca
Rebecca
11. Juni
7 Min. Lesezeit


Melbourne


Während ich auf Fiji in der Hängematte liege, komme ich endlich dazu, die Zeit in Australien schriftlich festzuhalten. :-) Nach einer guten Woche im Red Centre (vgl. Blogbeitrag Australien 2) flogen wir wieder zurück in dichter besiedelte Gebiete des Kontinents: nach Melbourne. Diese Metropole wird immer wieder zur lebenswertesten und schönsten Stadt der Welt (!) gewählt und daher waren wir sehr gespannt, was uns dort erwartete.


Da wir genau zur Rush Hour unseren ersten Erkundungsspaziergang machten, waren wir zunächst einmal von der Hektik überfordert – so viele Menschen… Das kannten wir gar nicht mehr. :D Wir groovten uns aber in den nächsten Tagen wieder ein und konnten die Stadt auf einer sehr amüsanten und informativen Free Walking Tour erkunden, die Nationalbibliothek des Staates Victoria besichtigen, eine Menge über die Geschichte der Region lernen, Street Art bewundern, am Strand von St. Kilda und in den botanischen Gärten entspannen und uns durch die internationale Küche probieren. Der Tipp unseres Guides war ganz eindeutig: In Melbourne ist es authentischer international (insb. Süd-, Ost- und Südostasiatisch) zu essen, als typisch australisch. So etwas lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.


Insgesamt hat uns Melbourne ganz gut gefallen. Die Stadt ist wirklich irgendwie „hip“ (welche Stadt hat schon eine Straße mit dem Namen AC/DC-Lane?), international und außerhalb der Rush Hour auch ganz entspannt. Ob sie nun so herausragend toller ist als andere Metropolen, sei dabei mal dahingestellt.


  • Expo-Gebäude von 1880
  • SKyline von Melbourne von St. Kilda aus
  • Im botanischen Garten
  • Im botanischen Garten
  • Melbourne bei Nacht (man beachte das kleine Boot links unten)
  • Lustige Street Art in einer kleinen Seitenstraße

Entlang der Great Ocean Road


Nach drei Tagen in der Stadt nahmen wir unseren neuen Campervan in Empfang und fuhren die berühmte Great Ocean Road entlang nach Westen. Diese oft als schönster Roadtrip der Welt bezeichnete knapp 250 km lange Strecke hat uns wirklich gut gefallen!

Unterwegs konnten wir uns in entspannten Küstenorten die Seeluft um die Nase wehen lassen, Surfer beobachten, und beeindruckende Küstenstreifen und Felsformationen bestaunen. Leider kamen wir knapp zu spät, um an den berühmten Zwölf Aposteln den Sonnenuntergang zu genießen, dafür konnten wir nach Sonnenuntergang beobachten wie eine ganze Kolonie Zwergpinguine an Land kam. So süß.


  • Surfer an der Great Ocean Road
  • Blick entlang der Küste auf der Great Ocean Road
  • Die Great Ocean Road schlängelt sich entlang der Küste
  • Tom and Eva Lookout auf der Great Ocean Road
  • Loch Ard Lookout an der Great Ocean Road
  • Die zwölf Apostel kurz nach Sonnenuntergang

Die Pinguine waren jedoch nicht das einzige tierische Highlight an der Great Ocean Road. Die angekündigten Koalas ließen sich zwar nicht blicken, dafür konnten wir endlich unsere ersten Kängurusichtungen verbuchen :-) In Kennet River waren sie noch ziemlich weit weg, auf unserem Campingplatz hingegen wimmelte es nur so von östlichen grauen Riesenkängurus, die sich von den Touris überhaupt nicht stören ließen und ganz entspannt ihrer Rolle als Rasenmäher nachkamen. Außerdem sahen wir einen Kookaburra (Jägerlist) und eine Tigerotter, eine der giftigsten Schlangen der Welt. Sie hat sich aber zum Glück wenig für die Touristen interessiert – war wahrscheinlich satt ;-)


  • Unsere ersten Kängurus! :-)
  • Hüpf!
  • Was ist los?
  • Guten Appetit!
  • Vorsicht giftig!

Natur und Kultur im Australian Capital Territory


Das sich herauskristallisierte, dass das Wetter schlechter werden sollte (immerhin war es inzwischen Anfang Mai – also so wie bei uns Anfang November), entschieden wir uns, nicht an der Küste nach Canberra zu fahren, sondern die Inlandroute zu nehmen und so schneller ins Warme zu kommen. Diese Strecke durch den Staat Victoria* ist recht unspektakulär, zieht sich mit über 650 km jedoch ziemlich hin. Daher schauten wir unterwegs ein, zwei kleine Orte an und übernachteten auf einer Rest Area am Straßenrand.


Nach zwei Tagen on the road kamen wir im Australian Capital Territory an, wo wir auf einem wunderschönen, herbstlichen Campingplatz direkt am Cotter River übernachteten. Hier konnten wir einen sehr entspannten Nachmittag verbringen, trafen ein Känguru, das plötzlich aus dem Unterholz brach und mich fast umsprang, und hatten unseren Spaß mit einer Menge bunter Papageien. Auf einer Höhe von ca. 650 mm ü. NN war es in der Nacht ohne Strom allerdings auch herbstlich kalt.


  • Dieses Männchen hätte mich fast umgesprungen
  • so hübsch
  • Es wird Herbst...

Wir hatten diesen Campingplatz ausgesucht, da er in der Nähe eines Naturreservats lag, in dem man (halb) wilde Koalas sehen können soll. Nach ca. 2 Stunden fruchtlosem Nackenverrenken, um in den 50m hohen Eukalyptusbäumen einen Koala entdecken zu können, gaben wir auf und erfuhren auf Nachfrage, dass es genau drei wilde Koalas im Reservat gibt. Die in den 50m-hohen Eukalyptusbäumen zu entdecken sei nahezu unmöglich. Düdüm. Dennoch war der Besuch kein kompletter Reinfall, da wir Kängurus, einen Nasenbeutler, schwarze Kakadus, Kookaburras, Langhalsschildkröten und ein Langschnauzen-Kaninchenkänguru gesehen haben. Was es nicht alles so gibt…


  • Langhalsschildkröte im Tidbinbilla Naturreservat
  • der Gelbohrrabenkakadu ist eine der größten Papageienarten
  • im Tidbinbilla Naturreservat

Vom Naturreservat aus war es nur eine knappe Fahrt nach Canberra, wo die Tierbeobachtung zwar nicht im Fokus stand, aber Kängurus langsam zum täglichen Programm wurden. Auf unserer Wanderung auf den Mount Ainslie, von dem aus man einen tollen Blick über das Straßennetz der Planstadt hat, lag eine kleine Herde ganz entspannt unter den Bäumen und beobachtet die Wanderer. Eine Tannenzapfenechse lief über den Weg und direkt vor dem Parlamentsgebäude, in dem wir uns ein bisschen über die australische Demokratie bilden wollten, saß eine Horde aus Galahs (rosa Kakadus). Selbst wenn wir den Fokus auf die Kultur legen wollen, stiehlt die Tierwelt immer wieder allem anderen die Show :D

Der Besuch im Parlament hat uns aber auch sehr gut gefallen. Es gab eine interessante Führung, wir konnten die Sitzungssäle besichtigen, den Ausblick vom Dach genießen und die LEGO-Version des Gebäudes bestaunen. Insgesamt ist der Besuch dort ziemlich cool und deutlich interessanter gestaltet als in anderen Parlamenten, die man vielleicht so aus Europa kennt. Das Nationalmuseum und das War Memorial haben uns hingegen nicht so überzeugt.


  • Blick von Mount Ainslie
  • am Lake Burley Griffin, dem künstlichen See der Stadt
  • Das Parlament aus LEGO
  • Sitzungssaal in Eukalyptusfarbe
  • Australisches Parlament
  • Galahs vor dem Parlament

An den Stränden von Jervis Bay


Nach einigen Tagen im Landesinneren hatten wir mal wieder Lust auf Strand und fuhren nach Jervis Bay. Diese Region südlich von Sydney ist für ihre extrem weißen Strände und ihr klares Wasser bekannt, sodass wir dort ein paar mal schnorcheln gehen und drei Tage lang die Seele in schönen Buchten des Booderee National Parks und der Beecroft Weapons Range (einem Militärgelände des Verteidigungsministeriums, das aber am Wochenende einen tollen Campingplatz für wenig Geld betreibt) baumeln lassen konnten. Auch hier sahen wir täglich Kängurus, außerdem Wallabys, Opossums und einen seltenen Ameisenigel. :-)


  • Snacks an Hyams Beach. Laut Guinnesbuch der Rekorde, der weißeste Strand der Welt
  • Bucht im Booderee Nationlpark
  • Bucht im Booderee Nationalpark
  • Hineymoon Bay in der Beecroft Weapons Range
  • Ameisenigel
  • Wallaby

Wombats!!


Von der Küste fuhren wir wieder ins Inland, um auf einem kostenlosen Campingplatz zu übernachten, der von Wombats regiert wird. Die fehlten schließlich noch auf unserer Liste. Und sie waren soo süß. Die Tiere bewegen sich irre schwerfällig (können aber wohl bis zu 40 km/h schnell rennen), schnaufen als hätten sie alle Asthma und lassen sich beim Grasen von nichts stören. Und als wir in unserem Camper dachten „Oh ein Erdbeben“ und uns dann einfiel „In Australien gibt es keine Erdbeben“, waren es zwei Wombats, die sich unter unserem Wagen zofften. Der Ausflug dorthin hat sich in jeden Fall gelohnt, nicht nur wegen der tollen Tierbegegnungen, auch wegen des grandiosen Sternenhimmels.


  • Die Farbgebung der Wombats reicht von hellbeige wie bei diesem hier
  • bis zu dunkelbraun wie bei meinem neuen Freund hier
  • Wenn die Milchstraße und das Kreuz des Südens da sind, ist alles gut

Von den Blauen Bergen kommen wir...


Da wir uns vorgenommen hatten, Sydney möglichst weiträumig zu umfahren, fuhren wir vom Wombat-Platz direkt in die Blue Mountains. Und die haben uns unglaublich beeindruckt! Zumindest solange wir etwas sehen konnten. Als wir ankamen, hatten wir tolles Wetter und konnten die unglaubliche Weite dieser Bergregion aufsaugen. Bei einer kurzen Wanderung zu den Wentworth Falls steigt man ein kleines Stück in die Schlucht hinab und steht auf Felsvorsprüngen, unter denen es 200 m in die Tiefe geht. Beeindruckend, aber auch ein bisschen gruselig. Beim tollen Sonnenuntergang in Katoomba konnten wir zusehen, wie die Schatten der Klippen sich immer weiter über den Regenwald am Fuße der Schlucht legen. Ein irres Schauspiel.


Mit dem Sonnenuntergang endete dann leider auch die Zeit, zu der wir etwas sehen konnten. Ja, ich weiß, nachts ist es dunkel ;-) Es zogen aber leider auch dichte Regenwolken auf, sodass wir auf den Wanderungen am nächsten Tag eine Sicht von ca. 10 m hatten und weder die Landschaft noch die berühmten Felsformationen richtig sehen konnten. Schade, aber da machste nix. Der Umweg über diese Region hat sich dennoch gelohnt, denn der halbe Tag mit gutem Wetter hat schon gereicht, um begeistert zu sein.


  • Man versteht sofort warum die Region den Namen "Blue Mountains" trägt
  • Wanderung mit toller Aussicht in Wentworth
  • So romantisch
  • Da war es nur noch eine Schwester...
  • Man kann nicht immer Glück mit dem Wetter haben

Surfer Vibes in Byron Bay


Unsere letzte Etappe in New South Wales führte uns bei leider immer schlechter werdendem Wetter über Palm Beach und die Hafenstadt Coffs Harbour Richtung Lennox Head und Byron Bay, zwei kleine Orte, die oft als die lässigsten Hipster-Orte Australiens bezeichnet werden. Hier konnten wir 1 ½ Tage entspannen, diverse Pubs und Cafés finanziell unterstützen und auf einer kleinen Wanderung den östlichsten Punkt des australischen Festlands besuchen. Hartmut hat außerdem die Chance genutzt und seine Kenntnisse im Wellenreiten vertieft, während ich auf einem Bodyboard über die Wellen hüpfte.


  • Palm Beach
  • Blick auf die Great Dividing Range in Coffs Harbour
  • Open Air Frühstück in Pelican Bay
  • Lennox Head
  • Byron Bay Lighthouse
  • Surfervibes in Bayron Bay
  • Wanderung in Byron Bay
  • Selbsterklärend :D

Mit diesem letzten Event ließen wir New South Wales hinter uns und fuhren über die Grenze nach Queensland, dem selbsternannten „Sunshine State“, in der Hoffnung nun endlich wieder besseres Wetter zu bekommen. Ob dies erfüllt wurde , erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag ;-)


Unser Fazit zum Südosten Australiens:


In den knapp zwei Wochen auf unserem Weg von Melbourne bis nach Byron Bay gab es definitiv einige Highlights! Die Blue Mountains und die Great Ocean Road waren toll, Die Strände an der Jervis Bay waren so weiß, wie man es sich nur vorstellen kann und die entspannte Atmosphäre von Byron Bay hat es uns angetan. Canberra und Melbourne waren interessant und die überall präsenten Kängurus haben uns jedes Mal wieder verzaubert. Allerdings merkten wir schon, dass das Wetter sehr herbstlich wurde, wir relativ viel Regen hatten und nicht alles so genießen konnten, wie man es gern würde. Außerdem hat der Staat NSW wohl (so liest man) der Holiday Park Lobby nachgegeben und das freie Übernachten an Rest Areas untersagt, sodass man immer auf einen richtigen Campingplatz fahren muss, und die sind teilweise unverschämt teuer. Somit mussten wir unsere Nächste immer sehr genau planen und vorabbuchen und konnten uns nicht so treiben lassen wie wir es aus Neuseeland, aber auch aus Victoria und dem Northern Territory gewohnt waren. Das war ein bisschen schade, sodass wir uns aber umso mehr auf die verbleibenden zwei Wochen in Queensland freuten!



--------

*Ähnlich wie die USA besteht Australien aus diversen Staaten und Territorien, die viele ihrer Gesetze selbstständig festlegen, aber dennoch einem übergeordneten Gesetz unterstehen. Melbourne ist die Hauptstadt des Staates Victoria; die Landeshauptstadt Canberra liegt im Australian Capital Territory (ACT); Sydney ist die Hauptstadt von New South Wales (NSW), dem bevölkerungsreichsten Staat. Queensland, der flächenmäßig zweitgrößte Staat nach Westaustralien, ist Heimat bekannter Städte wie Brisbane und Cairns. Uluru und Alice Springs liegen im Northern Territory.

Kommentare


bottom of page