Georgetown und Penang – ein gelungener Abschluss in Malaysia
- Rebecca

- vor 6 Tagen
- 5 Min. Lesezeit

Die Hauptstand Penangs, Georgetown, wird überall so angepriesen, dass wir uns von unserem Besuch dort einiges versprochen haben und unsere Erwartungen wurden definitiv erfüllt!
Da der Fernbus, der uns von Ipoh in die Provinz Penang gebracht hat, nicht auf die Insel fuhr, sondern auf dem Festland in Butterworth endete, begann der Aufenthalt in Penang mit einer kurzen Fährfahrt bevor wir in unserem wirklich sehr hübschen Hotel ankamen.
Georgetown
Die Stadt Georgetown ist UNESCO Weltkulturerbe und unter anderem für ihre tolle Street Art und die vielen schönen Gebäude bekannt. Direkt an unserem ersten Nachmittag/Abend in der Stadt haben wir uns auf den „Marking Georgetown“ Trail begeben. Bei dieser Aktion von vor einigen Jahren haben Künstler Kunstwerke aus Metall an Hauswänden geformt, die die Geschichte der Stadt im Comicstil und auf sehr humorvolle Art erzählen. Außerdem gibt es coole interaktive und „normale“ Streetart sowie wirklich hübsche Gebäude. Besonders angetan hat es mir die Fire Station. Und wie schon in Ipoh gibt es hier hübsche Gassen mit netten kleines Geschäften und Cafés.
Kek Lok Si Tempel
An unserem ersten vollen Tag auf Penang wollten wir uns (nach einem fantastischen Frühstück mit Fluffy Pancakes und Shakshuka) einen der größten buddhistischen Tempels Südostasiens ansehen und anschließend rauf auf Penang Hill. Da wir aber viel mehr Zeit in der beeindruckenden Tempelanlage verbracht haben als gedacht (und auf dem Hinweg eine Weile im Stau standen...), haben wir die Fahrt auf den Hausberg verschoben. Der Tempel hatte einfach so viele tolle Ecke zu bieten, von der alten und neuen Haupthalle über eine Pagode, nette Gärten und – besonders beeindruckend – die 36 m hohe Statue der Guanyin, der Göttin der Barmherzigkeit.
Daher war der erste Tag fast komplett mit diesem Besuch gefüllt und wurde nur noch mit einem leckeren Abendessen im etwas außerhalb gelegenen und daher überhaupt nicht touristischen und sehr cool gestaltetem New World Foodcourt abgeschlossen.
Mit dem Moped einmal um die Insel
Ich selber hätte mich ja nicht getraut mit einem Scooter, die hier jeder mieten kann, durch die Straßen zu düsen, aber als versierter Motorradfahrer war das für Hartmut natürlich kein Problem. Also haben wir uns am zweiten Tag ein entsprechendes Gefährt gemietet und sind einmal um die Insel gedüst.
Erster Stopp: Schlangentempel
Bis vor einigen Jahren lebten in diesem Tempel wohl noch mehr oder weniger wilde Vipern, die einfach so herumkrochen, was ja sehr spannend gewesen wäre. Inzwischen sind die Tiere jedoch auf bestimmte Bereiche begrenzt und können sich nur noch auf einigen Bäumen und Ständern frei bewegen. Daher hatte die Atmosphäre ein bisschen was von Zoo und hat unsere Erwartungen leider nicht erfüllt, zumal es auch einige Terrarien gab, die alles andere ans tiergerecht ausgestattet waren. Daher haben wir uns hier schnell wieder aus dem Staub gemacht.
Zweiter Stopp: Pantai Teluk Kumbar
Dieser kleine Strand am Süden der Insel ließ zum ersten Mal richtiges Paradiesfeeling aufkommen. Daher haben wir uns dort ein bisschen Zeit gelassen, sind durch durchs Wasser spaziert und haben ein kleines Keks-Picknick gemacht. Sehr cool aber auch seeehr heiß!
Dritter Stopp: Penang National Park.
Vom Strand im Süden fährt man ca. 50 Minuten die gewundenen Straßen der Ostküste Penangs entlang bis man den kleinsten Nationalpark Malaysias erreicht. Wir kamen gegen 15:15 dort an und machten uns, nachdem wir uns offiziell registriert hatten, auf den Weg zum Pantai Keracut, dem Schildkrötenstrand. Es erwartete uns eine gut zweistündige, sehr spannende aber auch sehr anstrengende Wanderung. Leider gab es auch hier (wie schon auf dem Jungle Treks in den Cameron Highlands) viel weniger Tiere als gedacht, aber kurz vor Ende huschte eine Bronzenatter über den Weg und vor Ort konnten wir ein sehr süßes schwarzes Riesenhörnchen beobachten. Leider hatte das Schildkrötencenter schon zu, als wir am Strand ankamen, also haben wir uns einfach ein bisschen auf die Steine gesetzt, Picknick gemacht und da wir trotz Schutzmittel ziemlich zerstochen wurden, haben wir uns nach ca. 30 Minuten auf den Rückweg gemacht.
Dieser wurde extrem stressig und noch anstrengender als der Hinweg, da uns ein Parkmitarbeiter um kurz nach 18 Uhr darauf hinwies, dass der Park um 19 Uhr schließen würde und wir uns beeilen sollen. Auf den Hinweis, dass wir das unmöglich schaffen könnten, versprach er uns, am Tor Bescheid zu sagen, dass sie auf uns warten sollen. Also sind wir im Affenzahn durch den Dschungel gedüst und waren um 19:15 zurück am Ausgang, wo jedoch weit und breit niemand zu sehen war und das Tor einfach weit geöffnet war… Da haben wir uns schon gefragt, was der Stress sollte.
Wie auch immer, wir waren wieder bei unserem Scooter und konnten durchatmen.
Tagesabschluss: Ferringhi Beach und unser wahrscheinlich bestes Essen in Malaysia
Nur 10 Fahrminuten vom Nationalpark entfernt befindet sich die Partymeile der Insel direkt am Strand. Wir haben dort nur kurz Pause gemacht, um den Sonnenuntergang beobachten zu können, der wirklich großartig war! Unser geplanter Besuch im Food Court musste leider ausfallen, da unser gesammeltes Bargeld als Pfand beim Sooterverleih lag und man in den Foodcourt meistens nicht mit Karte zahlen kann. Dies führte uns jedoch zu einem grandiosen indischen Restaurant, in dem wir so unfassbar lecker gegessen haben, dass wir langsam ein schlechtes Gewissen wegen der günstigen Preise bekamen :D
Penang Hill
An unserem letzten Tag in Malaysia sind wir rauf auf Penang Hill gefahren, einen ca. 700 m hohen Berg einige Kilometer außerhalb von Georgetown, der als absolutes Muss angepriesen wird.
Mit einer ordentlich steilen Standseilbahn geht es den Berg hinauf, bevor man von oben einen tollen Blick genießen kann. Wir haben im Schatten eines hinduistischen Tempels Sandwiches gefrühstückt bevor wir uns in „The Habitat“ gewagt haben. Ein bewachter und organisierter Teil des Regenwald, in dem es einen Canopy-Walk, einen Treetop-Walk und angeblich ganz viele Affen geben soll. Letztere haben sich leider überhaupt nicht blicken lassen, die Aussicht von den Walks und die Informationstafel waren jedoch wirklich schön. Und immerhin konnten wir der Ferne ein schwarzes Riesenhörnchen beobachten, am Ende des Weges hat sich noch eine große Echse blicken lassen und unterwegs konnten wir unzählige (!) Schmetterlinge sehen.
Das Highlight des Tages war jedoch die Familie an Brillenlanguren, die uns kurz vor unserer Abfahrt bespaßt haben. Durch puren Zufall (die Bahn war gerade weg) haben wir noch einen Minispaziergang gemacht und dort saßen sie: Ungefähr 20 Affen, darunter auch zwei Mütter mit Jungtieren, die über die Dächer und in den Bäumen herumtollten. Von uns haben sie sich überhaupt nicht beeindrucken lassen und kamen bis auf 1-2 m heran, waren aber auch nicht frech und haben nicht versucht, irgendwas zu klauen. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, saß auf dem Weg zurück zu Seilbahn eine riesige Seidenspinne (Körperlänge ca. 4 cm) in ihrem genauso riesigen Netz neben dem Weg und anstatt panisch zu werden, habe ich sie einfach ganz in Ruhe fotografiert. (stolz!)
Wir halten fest…
Malaysia hat bei uns gemischte Gefühle hinterlassen. Auf der einen Seite haben wir uns nicht immer überall wohlgefühlt, sei es weil es sehr touristisch oder sehr dreckig war. Auf der anderen Seite haben wir tolle Ecken kennengelernt – Ipoh und Georgetown sind auf jeden Fall einen Besuch wert – auch Teile Kuala Lumpurs. Und was mir definitiv positiv aufgefallen ist: Ähnlich wie in Singapur ist das Zusammenleben vieler Kulturen ganz normal. Im Gegensatz zu anderen muslimischen Ländern, die ich bereist habe, und in denen man als Frau schon mal seltsam angesehen wird, wenn man kein Kopftuch trägt, war dies hier überhaupt kein Problem. Ob es nun daran liegt, dass die Malaysier westliche Touristinnen gewöhnt sind oder ob sie tatsächlich einfach gar kein Problem mit nicht-Verschleierung haben, weil es die chinesische, indische, etc. Gemeinschaft ja auch nicht tut – es war sehr angenehm!
























































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