Kuala Lumpur - Stadt mit zwei Gesichtern
- Rebecca

- 6. März
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. März

Erste Erkundung
Vom Malakka erreicht man die Hauptstadt Malaysias in gut zwei Stunden mit dem Bus. Da das Busterminal weit außerhalb liegt, mussten wir noch fast eine halbe Stunde mit einem Taxi zum Hotel fahren und schon auf dieser Strecke fielen uns die vielen (Hoch)Häuser in zweifelhaftem Zustand auf, die wir in den nächsten Tag noch häufig zu Gesicht bekamen.
Einer unserer ersten Entdeckungsstreifzüge führte uns über die Jalan Alor Food Street, wo es natürlich wieder grandioses ultragünstiges Essen hab, jedoch hatten wir zum ersten Mal, Probleme einen Ort zu finden, an dem man dieses auch essen konnte. Wir kannten es aus Singapur und Malakka, dass es irgendwo einen (einfachen) Essbereich gibt, aber dies war hier nicht der Fall. Am Ende haben wir uns einfach auf einen Blumenkübel gesetzt :D
Auf dem Weg vom Street Food Markt zu den Petronas Towers, die an diesem Tag noch wunderbar rot-gold beleuchtet waren, kamen wir am Berjaya Times Square vorbei: einer riesigen Mall mit Indoor Themenpark und einer Achterbahn, die einfach so durchs Einkaufcenter fährt – verrückt!
Eco-Park und Batu Caves - unsere ersten Affenbegegnungen
In den nächsten Tagen haben wir diverse Erkundungen unternommen, darunter einen Besuch im Kuala Lumpur Eco Park, einem Stück Regenwald mitten in der Stadt, wo wir zum ersten Mal Affen (silberne Haubenlanguren, siehe Tier des Tages 09) gesehen haben und über einen Baumwipfelpfad die Bäume dort erkunden konnten. Für mich geht es meistens um „Oh ein Baum. Noch ein Baum. Ist das da auch ein Baum?“ Aber Hartmuts Biologenherz schlägt da immer ein bisschen höher ;-)
Affen (Langschwanzmakaken, siehe Tier des Tages 11) gab es natürlich auch den berühmten Batu Caves, die ca. 13 km nördlich der Stadt liegen (Fun Fact: Die Kosten für die 25-minütige Bahnfahrt pro Person und Richtung: ca. 0,70 €). Diese Hindutempel in einer Bergkette sind schon sehr imposant und allein das Schauspiel, das die Affen betreiben, wenn sie den Touristen und Gläubigen gleichermaßen das Essen abnehmen wollen, ist den Besuch wert. Leider muss man auch hier jedoch wieder auf das Müllproblem verweisen.
Lion Dances
Zu chinesisch Neujahr gehören traditionellerweise sogenannte Lion Dances, bei denen ein Schauspieler in einem Löwenkostüm auftreten, was Glück und Wohlstand verheißen soll. Ich hatte gelesen, dass diese Lion Dances ständig irgendwo stattfinden und tatsächlich haben wir mehrere gesehen: Richtig offiziell organisiert in einer Mall und bei diversen Restaurants, wo die Betreiber die Tanzgruppen eingeladen haben. Immer mit dabei: Der God of Fortune und Mandarinen, die ebenfalls Glück verheißen sollen und die die Löwen in der Menge verteilen. Den Löwen zu tätscheln bringt übrigens ebenfalls Glück, und das High-Five, das ich vom God of Fortune bekommen habe, kann ja auch nicht schaden :-)
Insgesamt hatten wir viel Spaß bei den Lion Dances.
Merdeka Square und Petaling Street
An unserem letzten Tag haben wir uns noch einmal ein bisschen kulturell gebildet und im wirklich wunderschönen Sultan Abdul Samad Building, direkt am Dataran Merdeka (Unabhängigkeitsplatz), an dem am 31. August 1957 zum ersten Mal die malaysische Flagge gehisst wurde und damit die Unabhängigkeit vom vereinigten Königreich besiegelt wurde, die eine oder andere Ausstellung besichtigt. Das Gebäude ist erst seit Anfang 2026 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich, da es zuvor renoviert wurde. Hier hatten wir also großes Glück.
Tagsüber war auf dem Platz selbst nicht sehr viel los, abends war es jedoch gerammelt voll und Familien picknickten auf dem Platz, Kinder spielten und Händler verkauften ihre Waren. Ein netter Ort, um sich aufzuhalten.
Die überall angepriesene Petaling Street in Chinatown hingegen hat uns enttäuscht, da es hier ausschließlich billige Fake-Waren der berühmten Marken – von Adidas über Gucci bis Ray-Ban - gab. Daher haben wir uns schnell wieder unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Essen, hingegeben und den nächstbesten Foodcourt aufgesucht :-)
Aussichtspunkte
Was wir während unserer Zeit in KL sehr genossen haben, war die Stadt von oben zu betrachten. Zunächst hatte unser Hotelzimmer bereits eine grandiose Aussicht. Dann gab es im Hotel eine Rooftopbar mit Pool, den wir täglich aufgesucht haben. Und ein Highlight war definitiv die Heli Bar: Eine Bar auf einem Helikopterlandeplatz, der tagsüber noch genutzt wird, abends dann aber in eine Bar umgebaut wird. Der Ausblick auf die inzwischen wieder weiß strahlenden Petronas-Towers und den Merdeka 118 (das zweithöchste Gebäude der Welt nach dem Burj Kalifa) war dort einfach grandios und die Cocktails waren ausgesprochen lecker.
Fazit
Während der vier Tagen, in denen wir Kuala Lumpur (ebenfalls wieder überwiegend zu Fuß) erkundet haben, ist uns aufgefallen, dass das Stadtzentrum um die berühmten Petronas Towers sehr herausgeputzt ist, genauso wie die touristischen Bereiche um Bukit Bitang, Merdeka Square und die ganzen Malls, von denen es wirklich viele gibt. Außerhalb dessen ist die Stadt jedoch ziemlich heruntergekommen: Häuser verfallen, Kabel hängen von den Masten und überall (selbst in den hübschen Bereichen) liegt unfassbar viel Plastik in der Gegend herum. Ein Highlight: Unser Taxifahrer, der die Klimaanlage über eine selbstgebastelte Schlauchkonstruktion in den Fahrgastbereich leitete.
Daher ist unsere Meinung zur Stadt auch irgendwie zwiegespalten: Es gibt sehr coole Ecken und wir hatten tolle Erlebnisse, aber so richtig in ihren Bann gezogen hat uns Kuala Lumpur (im Gegensatz zu zum Beispiel Singapur) nicht.




















































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