Willkommen im Land der langen weißen Wolke – Neuseeland Teil 1
- Rebecca

- 29. März
- 6 Min. Lesezeit

-- Hinweis: Die mit * markierten Aspekte sind für alle, die es noch detaillierter interessiert, unter dem Artikel weiter ausgeführt. --
Anreise und Camperübernahme
Neuseeland – Aotearoa – das Land der langen weißen Wolke! Sechs Wochen im eigenen Camper ohne ständiges Umpacken und Rucksackschleppen lagen vor uns, als wir am 04.03. in Christchurch landeten. Von den sechs Wochen sind inzwischen zwar leider schon drei rum, aber die waren auch einfach großartig.
Nach insgesamt ca. 10 Stunden Flug, einem längeren Aufenthalt im tollen Changi Airport in Singapur und großartigen Ausblicken auf die neuseeländischen Alpen wurden wir am Flughafen abgeholt und konnten unseren Camper in Empfang nehmen. Dies hat zwar ziemlich gedauert, da der Wagen noch nicht fertig war, aber letztlich hat alles geklappt.
Indoor Wasserfall im Changi Airport Blick auf die Gletscher der neuseeländischen Alpen Verpflegung muss sein einmal quer über Australien bis nach NZ
Den ersten Stopp mit unserem neuen Heim legten wir in Akaroa auf der Banks Peninsula, ca. 1,5 Autostunden von Christchurch entfernt, ein. Im kleinen, französisch geprägten Ort am Naturhafen desselben Namens verbrachten wir zwei Nächte: eine im Holiday Park und unsere erste Freedom Camping Nacht am Hafen. Dort waren am Abend zuvor leider bereits alle Plätze belegt gewesen, daher sind wir am nächsten Morgen einfach schon zum Frühstück hingefahren und haben den Wagen dort den Tag über stehen lassen.
Die Stadt Akaroa ist klein, aber niedlich und die Landschaft in der Bucht der durch Vulkanausbruch entstandenen Banks Peninsula einfach toll. Blaues Wasser, Palmen, Seevögel, kurze Spaziergänge, … So entspannt kann das Leben sein. Und ein Highlight direkt zu Beginn: Bei einem abendlichen Spaziergang treffen wir auf eine Gruppe Pukekos, die ich von meiner Reise mit meinem Bruder noch in warmer Erinnerung habe.
Akaroa Akaroa Lighthouse Blick auf die Bucht der Banks Pensinsula Unser erster Pukeko :-)
Leider mussten wir am nächsten Tag noch einmal beim Camperverleih vorbei, da unsere Tür während der Fahrt regelmäßig aufsprang. Der Umweg und das Warten kosteten uns einige Stunden, sodass wir entschieden, die Stadt Christchurch zunächst auszulassen und direkt Richtung Lake Tekapo weiterzufahren, solange das Wetter noch gut war. Denn da wollten wir mein Geburtstagsgeschenk einlösen und bei Nacht in Hot Pools Sterne gucken. Die Fahrt über die Inland Scenic Route ist landschaftlich toll. Im Hintergrund die Berge, auf die man zufährt, rechts und links grüne Wiesen. Und der Freedom Camping Platz direkt am Lake Opuha, an dem wir übernachtet haben, ist bis heute einer der schönsten Plätze, die wir so erleben durften.
Blick aus dem Camper auf Lake Opuha und die vorbeiziehenden Möwen Sonnenuntergang am Lake Opuha
Lake Tekapo, ca. 40 Minuten Autofahrt entfernt, hat sich selbst übertroffen. Ich war ja schon zweimal dort, aber so blau habe ich ihn noch nie erlebt! Genau wie der parallel verlaufende Lake Pukaki wird er aus Gletschern gespeist und durch die im Wasser enthaltenen Mineralien leuchten die beiden Seen so wunderschön blau. Lake Tekapo nimmt dabei ein sehr kräftiges Blau, fast schon Türkis ein, während Lake Pukakai eher milchig-blau schimmert.
Den Tag am See verbrachten wir rund um den kleinen Ort Tekapo, besichtigten die bekannte Church of the Good Shepherd, die kein klassisches Altarbild sondern ein Fenster zum See heraus hat, und begaben uns auf eine kleine Wanderung über die Tekapo Halbinsel bevor wir am Abend in den Hot Pools den Maorierzählungen über den Nachthimmel lauschen und anschließend mit Teleskopen die eine oder andere Besonderheit am Himmel beobachten konnten*. Ein wirklich tolles Erlebnis!
Lake Tekapo vom peninsula track Blick aus dem Altarfenster der Church of the Good Shepherd auf Lake Tekapo Lake Tekapo Blick durchs Teleskop auf den Mond (mit Filter)
Nach einer weiteren Freedom Camping Nacht hat uns der nächste Tag entlang des Lake Pukaki zu Mount Cook/Aoraki tief in die neuseeländischen Alpen geführt, wo der Himmel zum ersten Mal nicht nur strahlend blau, sondern sehr wolkenverhangen mit ein paar Schauern war, was aber gut zur Stimmung in den Bergen passte. Drei kurze Wanderungen zum Kea Point mit Blick auf den Mueller Lake, ein Stück den Hooker Valley Track entlang und zum Tasman Glacier Lookout haben den Tag locker gefüllt und uns mit tollen Ausblicken belohnt. Und auf unserem Freedom Camping Platz in der Nähe von Twizel hatten wir dann noch das Vergnügen mit einer Familie Augenbraunenten.
Tasman Glacier und Lake Fingerhut in alpinem Ambiente Blick auf Mueller Lake und Gletscher Und wehe du bist Person Nr. 21
Nach diesen vier Nächten im Bezirk Canterbury führte uns der Weg nun nach Otago, zunächst nach Oamaru, das für seine Blue Penguins Kolonie bekannt ist. Die kleinste Pinguinart der Welt hat sich zwar für uns ziemlich rar gemacht (wir wollten nicht in die „Show“, bei der man auf Tribünen die Pinguine beobachtet), aber immerhin konnten wir zwei kleine Pinguine aus der Nähe und ein paar weitere aus ziemlicher Entfernung sehen.
Die Stadt selbst hat uns auch positiv überrascht, da sie zum einen ein altes viktorianisches Viertel mit hübschen alten Gebäuden besitzt und zum anderen ihr Image als „Steampunk Capital of the World“** pflegt, wodurch es richtig coole Kunst im öffentlichen Raum gibt, zum Beispiel auch einen entsprechend gestalteten Spielplatz.
im Steampunkt-Stil gehaltene E-Ladesäulen viktorianisches Viertel in Oamaru Steampunkelefant auf dem öffentlichen Spielplatz Wer findet den Zwergpinguin (Blue penguin)? Steampunktmuseum in Oamaru
Nach einem Frühstück bei grandioser Aussicht über die Bucht von Oamaru und einem Spaziergang zwischen unglaublich entspannten Seelöwen am Bushy Beach, fuhren wir nach Süden zu den Moeraki Boulders. Hier haben wir zum ersten Mal zu schätzen gelernt, wie toll es ist, sein eigenes Bett dabei zu haben uns auf dem Parkplatz ein hübsches Mittagsschläfchen gemacht :D Die kugelrunden Felsen direkt am Strand sind immer wieder faszinierend und da wir uns entschieden hatten, den Strand entlangzulaufen und nicht nur da zu bleiben, wo alle Touris rumspringen, konnten wir sogar Boulders sehen, die gerade erst in der Wand auftauchen – sehr cool!
Am Abend kamen wir nach einer Fahrt auf der atemberaubend schönen Küstenstraße auf der Otago Peninsula bei Ann-Katrin, einer Freundin von Hartmut an, bei der wir in der Einfahrt parken konnten und die uns sogar bekocht hat – was ein Service :-)
Neuseeländische Seelöwen von Aussichtspunkt aus Neuseeländischer Seelöwe am Strand Die Seelöwen lassen sich von Spaziergängern nicht aus der Ruhe bringen Moeraki Boulder am Strand Moearki Boulders Moeraki Boulders in den Klippen
Durch den Luxus dieser Ausgangsposition haben wir den folgenden Tag genutzt, um die Otago-Halbinsel genauer zu erkunden. Ein entspannter Spaziergang über eine Schafsweide zum Allans Beach Lookout wurde gefolgt von einer ziemlich anstrengenden Wanderung zum Sandfly Beach, der auf dem Hinweg ca. 30 Minuten lang steil eine sehr (!) hohe Sanddüne bergab und dann – Überraschung – auf dem Rückweg ca. 60 Minuten wieder hinauf führte. Der Strand war aber wirklich toll, auch dort lagen ganz gechillt einige Seelöwen herum und diverse Wasservögel liefen den Strand auf und ab. Wie tiefenentspannt die Seelöwen sind, konnten wir auch am Nachmittag am Allans Beach nocheinmal sehen, wo ein Exemplar es sich einfach mitten auf dem Weg gemütlich gemacht hatte und sich von niemandem stören ließ, der vorbei wollte. Insgesamt gab es auf der Otago Peninsula eine großartige Vielfalt an Tieren, insbesondere Vögeln: Austernfischer, Reiher, Möwen, Enten, Pukekos... – einfach super :-)
Auch an diesem Tag wurden wir bekocht und bekamen noch eine Führung über die Farm, auf der Ann-Katrin und ihr Mann Tom mit Hunden, Pferden, Hühnern und Schafen leben. Eine ganz andere Lebensart als bei uns, aber total spannend.
Vorbei an den Schafen zum Aussichtspunkt grandiose Aussicht auf Allans Beach Durch die Dünen zum Sandfly Beach Wasservögel am Sandfly Beach Viele der Warnschilder haben aufgeklebte Augen - sehr süß :-) Seelöwe auf dem Weg zu seiner Familie Austernfischer am Sandfly Beach Gaaanz ruhig vorbeigehen... Seelöwe auf dem Weg zum Allans Beach
Den Abschluss in Otago bildete ein Besuch in Dunedin, einer schottisch geprägten Stadt am Ende des Naturhafens Otago Harbour. Zwischen alten Häuschen, der Kathedrale, einer nette Einkaufstraße und dem grandiosen Bahnhofsgebäude konnten wir ein paar nette Stunden verbringen.
Und als Entschädigung für den seit der Schließung der Cadbury Factory nicht mehr vorhandenen Schokoladengeruch, der früher über der Innenstadt lag, habe ich den Shop von „Cookie Time“ geplündert und auch noch einen (äußerst hübschen) Hut gewonnen. :D
Nach einem kurzen Abstecher zur Baldwin Street, der steilsten Straße der Welt (warum meint man, man muss da hoch laufen…??), und einem Spaziergang durch die Botanic Gardens fuhren wir Richtung Süden und verbrachten die letzte Nacht in Otago am tollen Brighton Domain Beach.
Railway Station in Dundin Der schottische Einfluss zeigt sich z. B. in dieser Statue des Nationaldichters Robert Burn Pinguine, Pukekos, Robben, ... Ein sehr außergewöhnliches Kirchenfenster Eine Cookiebar - als wäre sie nur für mich erfunden Dunedin Botanic Gardens Abendstimmung am Brighton Beach
Und so waren die ersten 9 Tage in NZ im Nu verflogen. Die Vorfreude auf die Zeit im Southland und auf Stewart Island war dafür umso größer – mehr dazu im nächsten Beitrag :-)
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Für die Nerds :-) :
* Der Sternenhimmel hier unten ist wirklich fantastisch. Er ist nicht immer ganz klar, da es gerade abends am Meer häufig diesig ist, aber was man sieht, ist super cool! Die Milchstraße zieht sich einmal komplett über den Himmel, der auf dem Kopf stehende Orion ist fast immer erkennbar und auch das Kreuz des Südens hat sich schon mehrfach blicken lassen. Die kleine und große Magellansche Wolke sind, wenn man weiß, wonach man Ausschau hält, ebenfalls gut sichtbar.
Bei unserer Star Gazing Tour in Tekapo durften wir durch die Teleskope den Orionnebel, in dem gerade Sterne entstehen, einen Sternenhaufen beim Kreuz des Südens, einen Nebel vor einem schwarzen Loch, in dem es vor allem sehr alte Sterne gibt, und den Mond beobachten. Da noch ca. 78% der Mondfläche angestrahlt waren, mussten wir durch einen Filter schauen, sonst wäre es zu hell. Warum der grün sein musste, haben wir nicht verstanden…
** Mir persönlich sagte der Begriff zunächst überhaupt nichts, daher musste ich erst mal recherchieren, was es damit auf sich hat. Für alle, denen es genau so geht: Bei Steampunk handelt es sich um ein Sub-Genre der Literatur und Kunst, das erstmals in den 1980er Jahren auftrat und bei dem Aspekte der Science-Fiction mit Elementen des viktorianischen Zeitalters gemischt werden, sodass eine Art „Retro-Futurismus“ entsteht, bei dem futuristische Innovationen einen altertümlichen Look erhalten bzw. alte Erfindungen eine Renaissance erleben.



Hallo Rebecca und Hardi, ich war schon länger nicht auf eurer Seite. Das sieht soooo toll aus.